Vom 01.-13. September 2008 machte ein LKW eine Tour durch die Stadt Berlin, die „Capsula“.
Dies ist ein Kunstraum auf Rädern, eine Plattform für Aktionen und gedanklichen Austausch. In sieben Bezirken wurden Projekte präsentiert, die zuvor von jungen KünstlerInnen und TheoretikerInnen gemeinsam entwickelt wurden. Ziel war es mittels künstlerischer Arbeiten, Aktionen und Vorträgen das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Szenen der Stadt Berlin zu reflektieren. Dabei wurde versucht, auf aktuelle Geschehnisse und die besuchten Bezirke einzugehen. Ein aktiver Austausch mit AnwohnerInnen und PassantInnen ist entstanden.
Berlin ist eine Stadt, die ihren Charme durch das Aufeinandertreffen verschiedener Weltsichten und Kulturen gewinnt. Dies findet nicht immer reibungslos statt, ist auch Quelle von Konflikten und Missverständnissen. Auf der einen Seite Diskriminierung von Ausländern, auf der anderen Seite steigende Zahlen von Übergriffen durch junge BerlinerInnen mit Migrationshintergrund. Dies gehört ebenso zur Stadt wie der Karneval der Kulturen und der alljährliche CSD. Bei 40% MigrantInnenanteil in manchen Bezirken Berlins entstehen Spannungsfelder zwischen Angehörigen verschiedener Kulturen, Religionen und ihren Lebensweisen. Interkultureller Austausch wird gelebt in Berlin, aber auch sein Scheitern findet tagtäglich statt. Desto entfernter die Lebensentwürfe und Wertvorstellungen sind, umso schwieriger wird es eine gemeinsame Basis zu finden. Gelingende Kommunikation findet dann statt, wenn man nicht nur die Unterschiede des Anderen zum Selbst sieht, sondern die Menschlichkeit zum Mittelpunkt der Wahrnehmung macht. Wir hoffen mit diesem Projekt dazu beigetragen zu haben, dass Berührungsängste abgebaut und Vorurteile aufgeweicht werden, dass Menschen verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Ansichten zusammenarbeiten.
Das Projekt wird unterstützt durch: „Jugend für Europa“.